Schach · Schachlehrende

Ein Konzept für die Schach-AG.

Ein erprobter Rahmen für eine Schach-AG im Ganztag. Du kannst das Konzept direkt übernehmen oder für dein Schulprogramm anpassen.

1. Ziele

  • Konzentration, Ausdauer und vorausschauendes Denken fördern
  • Regeln einhalten, fair gewinnen und verlieren lernen
  • Erfolgserlebnisse für Kinder, die im Unterricht selten glänzen
  • Schach als Brücke zwischen Kindern unterschiedlicher Sprachen und Leistungsstände
  • Schrittweise Vorbereitung auf Schulmeisterschaft und Schulschach-Wettbewerbe

2. Rahmen

BausteinEmpfehlung
ZielgruppeKlasse 2 bis 10, getrennt nach Grundschule und Sekundarstufe I oder in Lernstufen
Gruppengröße8 bis 16 Kinder pro Lehrkraft, bei Anfängern eher 8 bis 12
Zeitwöchentlich 60 oder 90 Minuten im Ganztag, mindestens ein Schulhalbjahr
RaumKlassenraum mit Tischreihen, Whiteboard oder Smartboard
Materialein Brett für zwei Kinder, Schachuhren ab der Fortgeschrittenengruppe, Demobrett oder Schach-Lehrbrett
KostenTurnierbretter mit Figuren gibt es ab etwa 10 bis 15 Euro pro Satz. Förderverein, Schachverein oder Spenden anfragen.

3. Ablauf einer AG-Stunde (60 Minuten)

ZeitPhaseInhalt
5 Min.AnkommenBretter aufbauen, Rätsel des Tages am Demobrett
15 Min.ImpulsNeues Thema am Demobrett, zum Beispiel eine Regel, ein Mattbild oder eine Taktik
15 Min.TrainingAufgaben, Minispiel oder digitale Trainings, in Lernstufen differenziert
20 Min.PartieFreie Partien, später mit Uhr und Mitschrift
5 Min.AbschlussBretter wegräumen, kurze Runde: Was habe ich heute gelernt?

4. Lernstufen

Als roter Faden eignet sich das Ludgerus-Schachdiplom:

StufeInhalteNachweis
BronzeGrundregeln, Figurenzüge, Schach und Matt, SonderregelnPrüfung Grundregeln
SilberEröffnungsregeln, Figurenwerte, einfache Taktik, Matt mit DameDiplomstufe Silber
GoldTaktische Motive, Matt mit Turm, Bauernendspiele, NotationDiplomstufe Gold

5. Regeln in der AG

  • Berührt, geführt. Losgelassen ist gezogen.
  • Wir sprechen leise, an den Brettern wird nicht kommentiert.
  • Vor und nach jeder Partie geben wir uns die Hand.
  • Wer verliert, darf traurig sein. Wer gewinnt, bleibt fair.
  • Nach der Partie räumen wir das Brett vollständig auf.

6. Inklusion und Sprache

Schach funktioniert mit wenig Sprache. Hilfreich sind Bildkarten zu den Figuren, Zeigen statt Erklären, feste Rituale und Tandems aus erfahrenen und neuen Kindern. Für Kinder, die schnell frustriert sind, eignen sich Minispiele mit kurzer Dauer.

7. Höhepunkte im Jahr

  • Schulmeisterschaft im Winterhalbjahr
  • Simultanvorstellung durch Lehrkraft oder Vereinsspieler
  • Teilnahme an der Bezirksmeisterschaft im Schulschach
  • Sommerturnier mit Eltern zum Schuljahresende

Eine Vorlage für die Planung des Schuljahres findest du unter Jahresplanung, Hinweise zu Turnieren unter Schulschach und Schulmeisterschaft.

8. Auswertung

Am Halbjahresende reichen drei Fragen: Wer hat welche Diplomstufe erreicht? Wer kommt regelmäßig? Was wünschen sich die Kinder? Für die Lernstandserfassung gibt es das Excel-Raster im Bereich für Schachlehrende.

9. Kooperation

Ein örtlicher Schachverein unterstützt oft mit Material, Trainern oder einem Vereinsabend zum Schnuppern. Das stärkt auch den Übergang von der AG in den Verein.

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